R&N Testamentsvollstreckung Unternehmen 

Bei mehreren gesetzlichen Erben sieht das Gesetz automatisch die Begründung einer Erbengemeinschaft vor. Durch ein (Unternehmer-)testament erfolgt eine konkrete Erbeinsetzung. Gleichzeitig kann für die Verwaltung und Abwicklung des Unternehmensvermögens ein Testamentsvollstrecker im Testament eingesetzt werden.

 

Eine Testamentsvollstreckung findet überlicherweise im Familienkreis statt. Dieses Amt setzt eine gute Fach- und Sachkenntnis voraus. Gerade bei vorhandenem Unternehmensvermögen ist die erforderliche Fachqualifikation in der Familie meist nicht vorhanden. Zunächst ist es wichtig, dass umfangreiche Vertretungsregelungen im Unternehmen für den Todesfall eingerichtet sind (Sicherstellung der operativen Tätigkeit im Unternehmen). Zusätzlich sollte überprüft werden, ob nach dem Todesfall ein externer Testamentsvollstrecker das Unternehmensvermögen betriebswirtschaftlich angemessen verwaltet und im Sinne des Verstorbenen das Vermögen an die Erben übergibt. 

 

Nachfolgend haben wir Ihnen ein paar grundsätzliche Hinweise zu diesem Themenbereich dargestellt. 

 

 

Warum Testamentsvollstreckung?

 

Der Testamentsvollstrecker führt Ihren im Testament geäußerten Willen fort. Der Testamentsvollstrecker hat ausschließlich Ihre Vorgaben umzusetzen. Die Testamentsvollstreckung ist eine Art Vollmacht über Ihren Tod hinaus.

 

Sie haben die Möglichkeit in ihrem Testament einen Testamentsvollstrecker zu bestellen.

 

Diesen beauftragen Sie, in ihrem Testament

 

  • die Verwaltung ihres Vermögens zu übernehmen
  • die Aufteilung des Vermögen auf die im Testament genannten Erben durchzuführen um Streitigkeiten zu verhindern
  • die Verwahrung und Verwaltung ihres Vermögens bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vorzunehmen (Volljährigkeit der Erben)
  • die Verwahrung ihres Vermögens dauerhaft zu übernehmen, weil die Erben nicht in der Lage sind, das Vermögen zu verwalten (z.B. Menschen mit Handycap) oder eine Vermischung des Vermögens nicht vorgenommen werden soll, weil sich der Erbe in finanziellen Schwierigkeiten befindet.

 

Bei der Übergabe von Unternehmensvermögen an mehrere Kinder kann die Einbeziehung eines Testamentsvollstreckers sinnvoll sein. Der Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe, die Vorgaben des Verstorbenen vollständig umzusetzen. Häufig haben Kinder noch nicht die kaufmännischen Fähigkeiten das Unternehmen oder die Unternehmensbeteiligungen fortzuführen. Gleichzeitig ist es erforderlich, bis zum Erwerb der fachlichen Qualifikation einen Testamentsvollstrecker zu haben, der die Interessen für den Verstorbenen wahrnimmt und das Unternehmen/Vermögen weiterführt, bzw. die Rechte und Pflichten aus einer Unternehmensbeteiligung angemessen vertritt.

 

Warum Steuerberater als Testamentsvollstrecker beauftragen?

 

Steuerberater übernehmen häufig die Funktion als Testamentsvollstrecker. Sie verfügen über kaufmännische oder/und juristische Erfahrungen. Steuerberater und Wirtschafsprüfer sind gute Bewerter, z.B. für eine Bewertung des Unternehmens. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater können den weiteren Nachlass bewerten, verwalten und sachgerecht auf alle Erben verteilen. Die Verwaltung des Vermögens ist mehr eine kaufmännische, denn eine juristische Tätigkeit.

 

Gerichte bestellen Testamentsvollstrecker, wenn keine Person im Testament genannt ist, eine Testamentsvollstreckung jedoch erforderlich ist. Die Testamentsvollstreckung führt dazu, dass fremde Dritte Ihr Vermögen nach dem Tod in ausschießlich Ihrem Sinne verwalten.

 

Personen, die auch Erben sind, sind unter Umständen nicht neutrale Vermögensverwalter. Sie sind einerseits Erbe, andererseits sollen sie den Nachlass angemessen verwalten und später verteilen.

 

Die Testamentsvollstreckung ist eine Geschäftsbesorgungsleistung. Die Vergütung für eine Testamentsvollstreckung ist abhängig vom Vermögen und von der Dauer der Testamentvollstreckung. Die Vergütung kann im Testament geregelt werden, es bestehen Richtsätze für die Testamentsvollstreckung. Diese sollten nicht unterschritten werden.

 

Wenn Sie für ihre Nachfolge einen Testamentvollstrecker im Testament bestellen, stimmen Sie die Übernahme vorher ab. Der Testamentvollstrecker muss diesen Auftrag nicht annehmen. Er kann den Auftrag auch ablehnen!

 

Steuerlicher Hinweis:

Es kann interessant sein, den Testmentsvollstrecker im Testament ein Vermächtnis (quasi Geschenk) zu überlassen und die Vollstreckergebühr zusätzlich zu vereinbaren. Für fremde Dritter sind Geschenke bis 20.000 € steuerfrei. Die Testamentsvollstreckergebühr ist aber ertragssteuerpflichtig für den Testamentsvollstrecker.

 

Testamentsvollstreckung - Unternehmensnachfolge

 

Eine Testamentsvollstreckung und eine Geschäftsführung als Unternehmer schließen sich gegenseits regelmäßig aus. Der Testamentsvollstrecker kann kein Handelsgeschäft (HGB) führen. Dieses ergibt sich daraus, dass die Haftungsgrundsätze des Handelsrechts und die Haftungsgrundsätze des Erbrechts sich nicht entsprechen. Besondere Probleme ergeben sich immer dann, wenn zum Unternehmensnachlass ein Einzelunternehmen oder eine nicht haftungsbeschränkte Personengesellschaft gehört. Einzelunternehmen haften unbegrenzt (HGB). Der Testamentsvollstrecker haftet aber nur mit dem verwalteten Vermögen, insoweit ergibt sich eine Haftungsbegrenzung. Es entsteht ein Zielkonflikt, der meist wie folgt gelöst wird.

 

Der Unternehmer regelt im Testament, dass das Einzelunternehmen oder die nicht haftungsbegrenzte Personengesellschaft in eine haftungsbegrenzte Personengesellschaft umgewandelt wird. Dieses erfolgt bei einem Einzelunternehmen durch die Einbringung in eine GmbH & Co. KG zu Buchwerten. Steuerlich wird dadurch kein Veräußerungsgewinn, bzw. die Auflösung von stillen Reserven ausgelöst. Die Gesellschaft kann unverändert fortgeführt werden. Der Testamentsvollstrecker kann die Vermögens- und Verwaltungsrechte der Personengesellschaft verwalten. Lediglich ein Geschäftsführer für die Personengesellschaft muss bestellt werden.

 

Die Testmentsvollstreckung eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft ist ohne weiteres möglich, weil die Kapitalgesellschaft eine eigene Rechtspersönlichkeit hat. Insoweit kann auch eine Dauertestamentsvollstreckung im Testament vereinbart werden.

 

Soll keine Umwandlung in einer Personengesellschaft eines Einzelunternehmens erfolgen, kann das Unternehmen nur innerhalb von drei Monaten durch den Testamentsvollstrecker abgewickelt werden. Dieses erfolgt durch Verkauf oder Liquidation.

 

 

Sie haben weitere Fragen. Gerne stehen wir Ihnen für ein Beratungsgespräch zum Thema Unternehmensvermögen und Testamentsvollstreckung zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

 

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