R&N - Wirtschaftsprüfung von Stiftungen

Viele Stiftungen lassen ihren Jahresabschluss durch einen Wirtschaftsprüfer jährlich prüfen. Die Prüfung erfolgt aufgrund der Satzung der Sitzung oder aufgrund der Vorgabe der Stiftungsaufsichtsbehörde oder freiwillig. Als zertifizierter gesetzlicher Wirtschaftsprüfer aus Norddeutschland, Schleswig-Holstein haben wir langjährige Erfahrungen im Bereich der Prüfung von selbständigen und unselbständigen Stiftungen.

 

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die Thematik der Prüfung von Stiftungen. Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat in einem gesonderten Standard (IDW PS 740) vom 25.02.2000 einige wichtige Regelungen dargestellt. Zur Rechnungslegung von Stiftungen verweisen wir auf unsere gesonderte Darstellung.

Prüfungspflicht von Stiftungen
 

Die Prüfungspflicht von selbständigen Stiftungen ist in den Landesstiftungsgesetzen geregelt. Jedes Bundesland hat unterschiedliche Vorschriften erlassen. Insoweit ist der Sitz der Stiftung maßgebend.

 

Die Stiftungsgesetze regeln den Prüfungsgegenstand. D.h. ob eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung, ein Anhang oder ein Lagebericht zu prüfen ist. Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass der Prüfungsgegenstand um die Prüfung der Erhaltung des Stiftungsvermögens und der satzungsmäßigen Verwendung der Stiftungsmittel vorzunehmen ist.

 

Das Stiftungsgesetz von Schleswig-Holstein regelt in der Fassung aus dem Jahr 2000 in § 10 folgendes:

 

"(1)Innerhalb von acht Monaten nach Schluss eines jeden Geschäftsjahres hat der Vorstand der zuständigen Behörde einen Bericht über die Erfüllung des Stiftungszweckes mit

  • 1.
  • einer ordnungsgemäßen Jahresabrechnung und einer Vermögensübersicht oder

  • 2.
  • einem Prüfbericht einer Behörde, einer Einrichtung im Sinne des § 340 k Abs. 2 und 3 des Handelsgesetzbuches , eines Prüfungsverbandes, einer öffentlich bestellten Wirtschaftsprüferin oder eines öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfers, einer vereidigten Buchprüferin oder eines vereidigten Buchprüfers oder einer anerkannten Wirtschafts- oder Buchprüfungsgesellschaft einzureichen.

Auf Verlangen der zuständigen Behörde hat der Vorstand auf Kosten der Stiftung einen Prüfbericht nach Satz 1 Nr. 2 vorzulegen.

(2) Der Prüfbericht nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 hat sich insbesondere auch auf die Erhaltung des Stiftungsvermögens und die satzungsgemäße Verwendung der Erträge des Stiftungsvermögens sowie der Zuwendungen von Dritten zu erstrecken; das Ergebnis ist in einem Abschlussvermerk festzustellen.

 

(3) Die zuständige Behörde prüft die Erhaltung des Stiftungsvermögens und die satzungsgemäße Verwendung der Stiftungsmittel in dem von ihr für erforderlich gehaltenen Umfang. Liegt ein Prüfbericht nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 vor, kann die zuständige Behörde von einer eigenen Prüfung absehen.

 

(4) Die zuständige Behörde kann auf Antrag die Vorlagefrist nach Absatz 1 Satz 1 verlängern; Stiftungen mit jährlich im Wesentlichen gleichbleibenden Einnahmen und Ausgaben kann die zuständige Behörde gestatten, die Unterlagen nach Absatz 1 über mehrere Geschäftsjahre zusammengefasst einzureichen."

 

Freiwillige Prüfung von Stiftungen

 

Soll eine freiwillige Jahresasbschlussprüfung durchgeführt werden, muss diese dem Mindestumfang gesetzlicher Abschlussprüfungen entsprechen. Die Abschlussprüfung einer Stiftung schließt die Buchhaltung, die Jahresabschluss und ggf. einen zu erstellenden Lagebericht ein.

 

Auch eine Prüfung von einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung und Vermögensrechnung kann nicht ohne eine Prüfung der zugrunde liegenden Buchhaltung erfolgen.

Prüfung des Stiftungsvermögens

 

Der Abschlussprüfer hat sich davon zu überzeugen, ob der Vorstand der Stiftung einen plausiblen Plan zur dauerhaften Erhaltung des Stiftungsvermögens verfolgt. In diesem Zusammenhang kommen Prüfungshandlungen im Hinblick auf die Art der Vermögensanlagen unter Rendite- und Risikogesichtspunkten, die Vermehrung des Vermögens und die Maßnahmen zur Erhaltung des Kapitals (Rücklagenbildung) in Betracht.

 

Zu beachten ist, dass es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Kapitalerhaltung gibt. Einerseits können sich Regelungen zur Kapitalerhaltung aus der Satzung (nominale oder reale Kapitalerhaltung), andererseits können sich Vorgaben durch die Stiftungsaufsichtsbehörde ergeben.

 

In diesem Bereich kann es zu einem Zielkonflikt mit dem steuerlichen Gemeinnützigkeitsrecht kommen. Das Gemeinnüztigkeitsrecht sieht eine zeitnahe Mittelverwendungspflicht der Stiftung vor. Insoweit würde ggf. eine reale Kapitalerhaltung nicht möglich sein.

 

Satzungsmäßige Verwendung der Stiftungsmittel

 

Die laufenden Ausgaben der Stiftung sind daraufhin zu prüfen, ob sich die einzelnen Förderprojekte und / oder Zuwendungen mit den in der Satzung festgelegten Stiftungszwecken decken. Der Wirtschaftsprüfer hat dabei nicht die Zweckmäßigkeit von Entscheidungen der Stiftungsorgane zu beurteilen.

 

Wendet die Stiftung anderen gemeinnützigen Organisationen Mittel zu (mittelbare Förderung), so erstreckt sich der Prüfungsauftrag auch auf den Nachweis der ordnungsmäßigen Verwendung nach dem in der Satzung festgelegten Stifterwillen.

Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung

 

Der Wirtschaftsprüfer ist verpflichtet zu prüfen, ob der Stiftungsvorstand seine Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft erfüllt hat, ob der Stiftungsvorstand ordnungsgemäß besetzt ist und seine Aufgabenverteilung und Befugnisse sachgerecht geregelt sind. Weiterhin ist zu prüfen, ob die Organisation der Stiftungsverwaltung sowie das Rechnungswesen im Hinblick auf die Stiftungsziele zweckentsprechend ausgestaltet sind und ob die Stiftung über ein geeignetes internes Kontrollsystem verfügt.

Einhaltung steuerrechtlicher Vorschriften der Abgabenordnung

 

Die Überprüfung der steuerlichen Rahmenbedingungen einer gemeinnützigen Stiftung wird neben der satzungsgemäßen und zeitnahen Mittelverwendung insbesondere die Höhe der Rücklagendotierung (freie und gebundene Rücklagen) sowie die Behandlung von Zweckbetrieben und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben bzw. deren Abgrenzung beinhalten. In diesem Zusammenhang kann auch eine Spartenrechnung Gegenstand der Prüfung sein. Der Wirtschaftsprüfer kann steuerlich relevante Sachverhalte nur im Hinblick auf erkennbare Mängel untersuchen, Wertungen darf der Wirtschaftsprüfer bei einer Abschlussprüfung nicht vornehmen. Solche Wertungen obliegen nur der Finanzverwaltung.

Wirtschaftsprüfer für Ihre Stiftung?
 

Sie suchen einen Wirtschaftsprüfer für Ihre Stiftung. Gerne übernehmen wir die Abschlussprüfung der Stiftung oder beraten Sie bei der Erstellung des Jahresabschlusses der steuerlichen Erklärungen oder übernehmen bei Bedarf die Funktion als Aufsichtsrat in der Stiftung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder eine Nachricht von Ihnen.

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